Archiv für Oktober 2009

Regensburg Walhallabockerl

Samstag, 24. Oktober 2009

Die Walhallabahn-Lokomotive 99 253, das so genannte „Walhallabockerl“ tat von 1908 bis 1960 ihren Dienst. 1962 wurde das Bockerl im Regensburger Bahnbetriebswerk „wie fabrikneu in frischem Glanz“ renoviert und als Lokomotivdenkmal am Hauptbahnhof aufgestellt. Seit der letzten Renovierung für die Neuaufstellung in Stadtamhof 1976 hatte sich der Rost langsam in die Tiefe gefressen, fast aber noch schlimmer war der Vandalismus, dem immer mehr Bauteile der Lok zum Opfer fielen.

Nach Beratungen mit den Fachbehörden der Denkmalpflege, den Museen der Stadt und des Verkehrmuseums der Deutschen Bundesbahn in Nürnberg konnten die Restaurierungsarbeiten 2008 beginnen. Zielsetzung war nicht die Renovierung der Lokomotive auf einen fabrikneuen Zustand, sondern man strebte ein Ziel an, das sich mit dem Begriff des „gepflegten Gebrauchszustands“ gut umschreiben lässt. Mit der Rückführung und Wiederaufstellung des Bockerls am 23.10.2009 waren die Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten abgeschlossen.

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Regensburg Walhallabockerl

Die Neue Wache in Berlin hat ihr Giebelrelief zurück

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Seit dem 20. Oktober blickt die Siegesgöttin wieder von ihrem Platz im Tympanon der berühmten Neuen Wache, erbaut von K.F. Schinkel, auf die Prachtstrasse Unter den Linden.

Mehrere Monate haben unsere Metallrestauratoren der Berliner Werkstatt Haber & Brandner an den Zinkguss – Figuren gearbeitet. Vorrangig war dabei der Substanzerhalt, statische Sicherung des Reliefs und Neukonservierung mit einer Stein imitierenden Fassung – Sandelung nach historischem Befund.

Die Neue Wache in Berlin hat ihr Giebelrelief zurück

Die Neue Wache in Berlin hat ihr Giebelrelief zurück

Die Arbeiten wurden in enger fachlicher Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchgeführt und termingerecht abgeschlossen.

So können die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewalt ohne störende Gerüste abgehalten werden.

Wiedereröffnung des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Das Neue Museum, Meisterwerk des Architekten F. A. Stüler, war über Jahrzehnte Kriegsruine. Nach langen Jahren der Restaurierung und Konservierung ist es jetzt wieder zu einem Tempel der Kunst geworden. Es beherbergt das Ägyptische Museum mit der weltberühmten Büste der Nofretete und die Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte mit einzigartigen Exponaten.

Seit der Wiedereröffnung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel am 16. Oktober 2009 bilden sich lange Besucherschlangen auf der Museumsinsel. Seit 2003 wurde das Bauwerk unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield grundlegend saniert und die künstlerische Innen- und Außenausstattung sorgfältig konserviert. Die Kriegsschäden und Verluste an Bausubstanz wurden sichtbar belassen und nur wo nötig in moderner Architektursprache ergänzt. Chipperfields beinahe archäologisch zu nennendes Konzept der Konservierung des Bestandes war lange umstritten. Seit den ersten Tagen nach der Fertigstellung ist die Skepsis einer internationalen Begeisterung für diese gelungene Restaurierung eines der bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts gewichen.

Berlin Neues Museum Typmpanon

Berlin Neues Museum Tympanon

Haber & Brandner war mit seinen Restauratoren von Anfang an der Sanierung des Neuen Museums intensiv beteiligt. Nach ersten Befunduntersuchungen an Bauplastik, Architekturornamenten und Innenausstattung in den 90 er Jahren waren unsere Metallrestauratoren mit Bergungsmaßnahmen und Notkonservierungen befasst. Im Jahr 2003 erhielten wir den Auftrag, die historische Gebäudeausstattung aus Metall ganzheitlich zu restaurieren und konservieren. Das Spektrum reicht vom Hauptportal in Kupfergalvano bis hoch zum Westtympanon aus Zinkguss, von den monumentalen Dachfiguren bis ins Detail der Fensterfiguren, die durch ihre Attribute die Themen der Ausstellungsinhalte darstellen. Einer der restauratorischen Höhepunkte war die Konservierung der vergoldeten Zinkguss-Plastiken und Ornamente im Niobidensaal.

Wir freuen uns, an diesem Baukunstwerk mitgearbeitet und als Restauratoren für Metall einen wichtigen Beitrag zum international gefeierten Gelingen des Neuen Museums geleistet zu haben.

Es erstrahlt wirklich im „alten Glanz“!

Dokumentiert sind diese Arbeiten in der Publikation:
Das Neue Museum, Konservieren, Restaurieren, Weiterbauen im Weltkulturerbe (ISBN 978-3-86502-204-2).

Hl. Wolfgang. Bischof von Regensburg

Freitag, 16. Oktober 2009

Wolfgang wurde um 924 vermutlich in Pfullingen geboren. Er verstarb 994 in Pupping / Oberösterreich. Sein Todestag 31. Oktober ist auch sein Gedenktag.

Wolfgang erhielt seine schulische Ausbildung an der Klosterschule Reichenau, danach an der Domschule in Würzburg. Später leitete er die Domschule in Trier als Domdekan. 965 trat er in das Benediktinerkloster Einsiedeln ein und wurde 968 zum Priester geweiht. Nach Missionstätigkeit in Ungarn wurde Wolfgang 972 zum Bischof in Regensburg ernannt, dieses Amt erfüllte er bis zu seinem Tode.

Wolfgang reformierte die Klöster, begründete in Böhmen das Bistum Prag aber auch die Regensburger Domschule mit Chor, aus dem die Domspatzen hervorgegangen sind.

Am 31. Oktober starb Wolfgang auf einer Reise in der Othmarskapelle in Pupping beim Gottesdienst. Sein Leichnam wurde nach Regensburg überführt und in der Klosterkirche St. Emmeram bestattet. Im Jahr 1052 wurde Wolfgang von Papst Leo IX. heilig gesprochen und in die damals neu erbaute Wolfgangskrypta umgebettet.

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Reliquienschrein des Hl. St. Wolfgang

Seit 1877 sind seine Gebeine in einem wertvollen Reliquienschrein aufbewahrt, den unsere Werkstätten anlässlich des 1000. Todestages 1994 restauriert und konserviert haben.

Der heilige Wolfgang ist Diözesanpatron des Bistums Regensburg. Er wird als Schutzpatron Bayerns und Nothelfer bei vielen Krankheiten verehrt. Seine Attribute sind Bischofsstab, Kirchenmodell und Axt. Zimmerleute, Bildhauer, Holzarbeiter, Schiffahrtsleute und Hirten verehren ihn als ihren Heiligen.

Seligsprechung des Eustachius Kugler (1867-1946)

Montag, 5. Oktober 2009

Am 4. Oktober 2009 fand die Seligsprechungsfeier des ehemaligen Provinzials der Barmherzigen Brüder im Regensburger Dom statt. Seine Gebeine werden in der neu gestalteten Kapelle im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in einem künstlerisch gestalteten Schrein aufbewahrt.

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Eustachius-Kugler-Kapelle

Unsere Werkstätten haben nach Entwürfen und Gesamtkonzeption des Landshuter Künstlers Mario Schoßer die neue Ausstattung der Eustachius-Kugler-Kapelle geschaffen:

  • Metall-Schrein für die Gebeine des Eustachius Kugler
  • Altartisch zur Aufnahme des Schreins aus Messing
  • Wandkreuz und Tragwerkkonstruktion für die Altarbilder
  • Fenstertragwerke aus Messing für die Glasmalereien

Wir bedanken uns für das Vertrauen und gratulieren zur Einweihung der neu gestalteten Kapelle.