Archiv für Mai 2011

Restaurierung des Bogenschützen: Bronze oder Galvanoplastik?

Mittwoch, 18. Mai 2011

Im Schlosspark Potsdam Sanssouci steht unterhalb der Orangerie ein monumentaler Bogenschütze in Kupfertreibarbeit, um 1902 modelliert von dem Bildhauer Ernst Moritz Geyger. Eine kleinere Kopie ist im Ebertpark in Ludwigshafen vor einem Pavillon aufgestellt. Wegen Vandalismusschäden musste diese Statue restauriert werden. Zuerst war die Frage zu klären, ob diese Kopie in Bronze oder in der Technik der Hohlgalvanoplastik hergestellt wurde. Nach der Befunduntersuchung war klar, dass es eine Hohlgalvanoplastik ist.

Durch weitere Recherchen konnte auch die Provenienz ermittelt werden: Die „Galvanoplastische Kunstanstalt Geislingen-Steige“ (heute WMF) war um 1900 europaweit führend in der Herstellung solcher Bildwerke in dieser Technik. Die Metallrestauratoren von Haber & Brandner sind auf die Restaurierung und Konservierung von galvanoplastischen Denkmälern und Figuren spezialisiert.

Restaurierung des Bogenschützen

Restaurierung des Bogenschützen

Merseburger Fürstengruft wieder geöffnet

Montag, 16. Mai 2011

Mit einem Festakt ist Donnerstag 12.Mai 2011 im Merseburger Dom die Fürstengruft wiedereröffnet worden. Diese Fürstengruft gehört zu den bedeutendsten Grablegen in Mitteldeutschland. Mit dem Aussterben der wettinischen Linie Sachsen-Merseburg im Jahr 1738 war sie in Vergessenheit geraten und zeitweise vom Abbruch bedroht. Verschmutzung und Feuchtigkeit hatten an den 35 prächtigen Zinnsärgen und zwei Holzsärgen ihre Spuren hinterlassen. Darüber hinaus gab es mehrmals Einbrüche in die Gruft, bei denen die Särge stark beschädigt wurden.

Nun, nach zweijähriger Restaurierung in der Berliner Werkstatt von Haber & Brandner, sind diese wieder in die ebenfalls frisch sanierte Fürstengruft zurückgekehrt und können erstmals in kleinen angemeldeten Gruppenführungen besichtigt werden. Das Projekt wurde initiiert von den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz und gefördert im KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Weitere Förderer: Hermann Reemtsma Stiftung und verschiedene Einzelspender.

Merseburger Fürstengruft wieder geöffnet

Merseburger Fürstengruft wieder geöffnet

Tritonen-Brücke im Schlosspark Sanssouci

Donnerstag, 5. Mai 2011

Durch die alte Denkmalpflegetradition bei den preußischen Schlössern und Gärten hat sich im Schlosspark Sanssouci eine Eisengussbrücke des frühen 19. Jahrhunderts in nahezu unverändertem Originalzustand erhalten. Zu der industriegeschichtlichen Bedeutung der heute nur noch seltenen Gussbrückenkonstruktionen stellt die, nach den Verzierungen mit Meeresgöttern – Tritonenbrücke – genannte, Schlossbrücke einen wichtigen, seit der Erbauung im Jahr 1835 unveränderten Fixpunkt für die ursprüngliche landschaftliche Gestaltung des Schlossparterres dar. Die ausschließlich aus Eisengusselementen montierte Brücke war der erste dauerhafte Übergang an dieser zentralen Stelle im Schlosspark Sanssouci.

Tritonen-Brücke im Schlosspark Sanssouci

Tritonen-Brücke im Schlosspark Sanssouci

Als der Landschaftsarchitekt Lenné die ursprünglich am Parkgraben endende Gartenanlage nach Süden erweiterte, gab Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) seinem Architekten Ludwig Persius den Auftrag, hier eine gusseiserne Brücke zu errichten. In Begleitung der derzeitigen Bearbeitung sind die Bestandssicherung der historischen Substanz und die Analyse des historischen Befundes wichtigster Bestandteil der denkmalgerechten Erhaltung. Die Brücke wird derzeit in konzeptioneller, beratender und dokumentierender Zusammenarbeit mit Haber & Brandner demontiert, restauriert und anschließend originalgetreu wieder aufgebaut.