Die Realisierung des Beuroner Engelkelchs

Auf der Titelseite der Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft Das Münster 4/2014 (Verlag Schnell & Steiner, Regensburg) ist der sogenannte Beuroner Engelkelch abgebildet. Der Kelch ist die kunsthandwerkliche Realisierung des künstlerischen Entwurfs des Bildhauers und späteren Paters Desiderius Lenz aus dem Jahr 1871. Lenz gilt als Begründer der Beuroner Kunstschule. Frau Dr. Claudia Lang und Pater Augustinus Gröger OSB schildern in ihrem Artikel in o.g. Kunstzeitschrift (S. 270 ff.) detailliert die Entstehungsgeschichte dieses Kelchs vom ersten Entwurf mit den komplexen, von Lenz entwickelten Konstruktionsprinzipien bis hin zur Realisierung in der Werkstatt Haber & Brandner in Regensburg. In einem mehrere Jahre währenden künstlerischen und kunsthandwerklichen Prozess konnte der originale Entwurf schließlich mit der theologischen und organisatorischen Begleitung durch Pater Augustinus OSB, der kunsthistorischen Betreuung durch Frau Dr. Lang und der Werkkoordination durch Dr. Georg Haber verwirklicht werden.

Engelkelch

Engelkelch

Viele Hände waren am gemeinsamen Werk „Engelkelch“ beteiligt: In der Werkstatt Haber & Brandner arbeiteten der Silberschmiedemeister Klaus Schindlbeck mit Silberschmied Alfons Mirbeth am Kelch, die subtile Vergoldung nahm der Galvaniseur Norbert Frisch vor. Das künstlerische Modell für den Feinguss des Engels in massivem Silber schuf der Berliner Bildhauer Andreas Hoferick. Die Punzierung der Details und Inschriften übernahm Goldschmiedemeister Alois Plätzer. Diese Bündelung hervorragender Künstler und Kunsthandwerker ermöglichte die einzigartige Erschaffung des Engelkelchs im Sinne der künstlerischen Gestaltungskraft von Desiderius Lenz OSB.

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